Die schwarze Bürgerwehr gegen den roten Riesen

Aus Angst vor dem Konkurrenten Konsum gründeten Kauf­leute nach dem Zweiten Weltkrieg lokale Spar-­Genossenschaften. Über die Jahre wurde aus der einstigen Notgemeinschaft regionaler Handelszwerge der größte Lebensmittelhändler Österreichs – und die biederen Greißler­familien zur wohlhabenden und einflussreichen Spar-Dynastie.

Text: Ashwien Sankholkar; Illustration: Ūla Šveikauskaitė

Supermärkte26.9.2020 

Es ist sein wohl größter Erfolg. Seit fast 20 Jahren steht Gerhard Drexel an der Spitze der Spar-Gruppe (Spar, Eurospar, Interspar). Bereits zum Amts­antritt 2001 hatte der Vorarlberger ein klares Ziel vor Augen: »Ich will Spar zur Nummer eins in Österreich machen.« Das klang damals, bei weniger als 20 Prozent Markt­anteil, eher illusorisch. Zwar waren die Kaufmänner mit der grünen Tanne im Logo ein Big Player, aber gegen Branchenprimus Rewe (Billa, Bipa, Merkur, Penny) schien kein Kraut gewachsen zu sein. Ausgerechnet in der Corona-Krise und rechtzeitig zur Staffelübergabe an Nachfolger Friedrich Poppmeier junior hat Drexel seinen Lebenstraum erfüllt. Im Frühjahr 2020 vermeldete der Spar-Konzern 35,6 Prozent Marktanteil und stieß die deutsche Rewe-Gruppe erstmals vom Austro-Thron.

Exklusiv für Mitglieder

Kritischer Journalismus braucht kritische LeserInnen

Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie unabhängigen Journalismus dauerhaft. Sie erhalten das DOSSIER-Magazin zweimal jährlich per Post und zusätzlich im Digital-Abo.

Mehr erfahren

Mitglied werdenund alle Artikel lesen