Das Kartell

Ein Kronzeuge packte über geheime Preisabsprachen am Bau aus und belastet die Konzerne Strabag und Porr. Die Justiz ermittelt im größten Baukartell der Zweiten Republik.

Text: Ashwien Sankholkar, Illustration: S. R. Ayers

Korruption2.12.2019 

Einstecken und Austeilen. Das kann Hans Peter Haselsteiner. »Der Haselsteiner kriegt keine Aufträge mehr«, drohte Heinz-Christian Strache im berüchtigten Ibiza-Video für den Fall einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung. Wenige Tage nach Platzen der  Ibiza-Bombe holte der attackierte Miteigentümer des Baukonzerns Strabag zum Gegenschlag aus. »Wir sind dabei, alle nicht erhaltenen Aufträge in Österreich zu durchforsten«, sagte HPH am 20. Mai 2019 im deutschen Handelsblatt. »Doch wir erwarten kein positives Ergebnis. Es gibt in Österreich ein Vergaberecht, das sehr robust und klar ist. Es gibt für den Benachteiligten einen Instanzenweg, den die Strabag auch gehen würde, wenn sie glaubt, dass sie zu Unrecht ausgeschlossen oder nicht beauftragt worden ist.« Die Strabag halte sich an alle Gesetze und Spielregeln. Strache ist zwar Geschichte, Haselsteiners Worte wirken aber weiter. Die mediale Selbstdarstellung als Musterschüler musste in der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) für Irritation gesorgt haben, denn zusammen mit der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt die Justiz seit Juni 2016 im größten Baukartell der Zweiten Republik – und da spielt Haselsteiners Strabag eine prominente Rolle.

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