Historie

Ostarrichi korrupti

Schmiergeld, Amtsmissbrauch, Parteibuchwirtschaft – Korruption schrieb in Österreich Geschichte. Eine Auswahl spektakulärer Korruptionsaffären der Zweiten Republik.

Korruption2.12.2019 

Ziemlich genau 30 Jahre sind vergangen, seit Rainhard Fendrich erstmals Tango Korrupti gesungen und der Republik einen musikalischen Spiegel vorgehalten hat. Ein zeitloses Lied. Geschmierte Beamte, gekaufte Politiker – Korruption hat Tradition; zugegeben, nicht nur in Österreich, aber wen interessiert schon die große weite Welt, wenn es bei uns doch so schön, so klein und fein, so perfekt zum Mauscheln ist? Bares, das in Koffern oder Kuverts den Besitzer wechselt, gibt es vielerorts, damals wie heute. Die Delikte, die seit Jahrzehnten Justiz, Medien und die Menschen beschäftigen, haben stets denselben Kern: Es geht um Macht, um Geld, um Gier – und um den Vorteil weniger auf Kosten vieler. 

Wie auch immer man es nennen will – Freunderl-, Vettern-, Parteibuchwirtschaft, Amtsmissbrauch oder Bestechung –, für einen gepflegten Tango braucht es mindestens zwei, oft sind auch mehr Tänzerinnen und Tänzer auf dem Parkett, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. Die Affären der Zweiten Republik lesen sich wie spektakuläre Kriminalromane: eine Kofferübergabe zu später Stunde im Parlament; hochrangige Beamte, die von Bauunternehmen schlüsselfertige Villen erhalten und dafür überteuerte Aufträge vergeben; eine gemeindeeigene Baufirma, die in Saudi-Arabien einen Militärflughafen errichtet, immense Verluste heimbringt und Millionen, die dabei in Liechtenstein landen; und der Refrain: Politiker, die in die eigene oder die Taschen der Partei wirtschaften. 

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