Inserate

Die Wurzeln der Inserateaffäre liegen in Wien. Nirgendwo wird deren Dimension so deutlich wie im politischen und medialen Zentrum des Landes: In der Bundeshauptstadt geben Stadträtinnen und Stadträte jedes Jahr Millionen Euro für Inserate aus – und sagen, die genauen Summen nicht zu kennen. DOSSIER hat die Vergabe von Inseraten der Stadt und ihrer Firmen am Beispiel der Gratistageszeitung Heute untersucht. Das Ergebnis: Allein bei Heute geht es um rund 29 Millionen Euro - in siebeneinhalb Jahren.

DOSSIER hat für die Recherche zur Inseratenvergabe eine ungewöhnliche Methode gewählt: Redakteurinnen und Redakteure haben sämtliche Inserate des Wiener Marktführers, der Gratiszeitung Heute, händisch gezählt und danach ausgewertet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse im Oktober 2012 sorgte für einige Aufmerksamkeit in der österreichischen Medienlandschaft, aber auch im Ausland

Im Netz der Gratiszeitung 

Die Erhebung der Inserate zeigte, welch massiven Beitrag die öffentliche Hand zum Erfolg der österreichischen Gratiszeitung Heute leistete. Für DOSSIER war das Ausgangspunkt für eine neue Recherche: Denn wer bei Heute am Ende profitiert ist unklar, die Hinterleute der Gratiszeitung sind in einem Netz aus Treuhändern und Privatstiftungen versteckt. DOSSIER hat die Gründung von Heute untersucht.