Sie wohnen nicht im Gemeindebau?

Auch dann betrifft Sie dieses DOSSIER. Als Steuerzahlerin und als Bürger. Denn Wiener Wohnen ist eine kommunale Hausverwaltung und eine „Unternehmung“ der Stadt Wien, also auch Ihr Eigentum. Unternehmenszweck ist die „Bereithaltung und Schaffung von einem modernen Standard entsprechenden Mietwohnungen für einkommensschwächere, wohnungsbedürftige Personen und Familien“. Mit rund 220.000 Wohnungen ist Wiener Wohnen die größte Hausverwaltung in Europa. Ein paar Kennziffern:

  • Umsatz (2014): rund eine Milliarde Euro
    • davon Mieteinnahmen: rund 400 Millionen Euro
    • davon Betriebskosten: rund 300 Millionen Euro
  • Anlagevermögen (Grundstücke und Bauten): rund 8,9 Milliarden Euro
  • Schulden bei Kreditinstituten: 2,6 Milliarden Euro

Im Kern unserer Recherche steht die Frage, wie sorgsam Wiener Wohnen wirtschaftet. Dabei betrachten wir Wiener Wohnen nicht nur aus der Sicht der Mieterin oder des Mieters. Wir werfen auch einen Blick auf Wiener Wohnen als Auftraggeber.

Immer wieder berichteten Medien in der Vergangenheit über Fehler in Abrechnungen, über Probleme bei Sanierungen in einzelnen Gemeindebauten; aber auch Preisabsprachen und Kartelle zwischen Auftragnehmern der Hausverwaltung waren Thema. Sie kosteten Wiener Wohnen Millionen Euro.

Erst vor wenigen Tagen der jüngste Anlassfall: Eine Mitarbeiterin eines Tochterunternehmens wird wegen des Verdachts der Untreue fristlos entlassen. Wiener Wohnen hat diesen Fall selbst aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet, die Medien informiert. Ein Einzelfall?

Auch das wollen wir mit unseren Recherchen herausfinden.