Kapitel 1: Die Propaganda­maschine

In Ungarn geht es den freien Medien seit Jahren an den Kragen: Viktor Orbán hat nicht nur die Pressefreiheit massiv unterdrückt, er lässt auch unabhängige Journalist·innen behördlich verfolgen. Eine Reportage aus Budapest.

Ungarn20.6.2025 

Text: Georg Eckelsberger, Sahel Zarinfard
Fotografie: Tom Linecker
Grafik: Jakob Listabarth

In einer schlichten Zweizimmerwohnung im 13. Bezirk von Budapest ­befindet sich das Büro von Direkt 36: Hier arbeitet eine der wenigen unabhängigen Redaktionen, die es in Ungarn heute noch gibt – mit heiklem Spezialgebiet: Investigativjournalismus. In einem Zimmer sitzen sechs Redakteur·innen rund um einen Tisch vor ihren Laptops und greifen in die Tasten.

Im anderen Raum wartet Geschäftsführer und Mitbegründer András Pethő bereits auf das vereinbarte Interview mit DOSSIER. Der 47-Jährige erzählt, wie er, der beim einst renommierten ungarischen ­Onlineportal Origo.hu, für die Washington Post und die BBC gearbeitet hat, hier gelandet ist.

Denn was Direkt 36 mit den anderen regierungsunabhängigen Medien in Ungarn gemein hat: wenig Geld, schwierige Arbeitsbedingungen und beängstigende Erfahrungen im Umgang mit Behörden. Außerdem: Durchhaltevermögen.

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