
Es ist ein heißer Junitag im Wiener Oberlandesgericht. Doch nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen brodelt es im Verhandlungssaal. Im Zeugenstand nimmt ein Getränkehändler Platz, der über dubiose Geschäftspraktiken auspacken soll. Was er schildert, nennt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) Missbrauch der Marktmacht. Der Vorwurf richtet sich gegen Österreichs mächtigsten Bierkonzern und -marktführer: die Brau Union, die dem niederländischen Getränkeriesen Heineken gehört. Weil nach EU-Recht die Mutter für Kartellverstöße der Tochter haftet, wird an diesem Tag auch dem zweitgrößten Bierkonzern der Welt der Prozess gemacht. Für die Befragung des ersten Zeugen sind mehr als sechs Stunden angesetzt – und wie so oft, wenn Bier im Spiel ist, wird es emotional.
»Es wurde Markentreue gefordert. Wenn ihr zu viele Fremdmarken macht, dann pascht’s«, sagt der Zeuge, Ex-Inhaber einer familiengeführten Getränkehandelsfirma, vor Gericht. Er schildert, was viele in der Branche bisher nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen haben: den existenzbedrohenden Druck, den die Brau Union ausgeübt haben soll. Er erzählt von spontanen Inspektionen seines Bierlagers, weil der Konzern herausfinden wollte, welche Konkurrenzbiere er verkauft. Nach dem Tod seines Vaters kündigte die Brau Union schließlich alle Verträge, so der Zeuge. Es folgten Liquiditätsprobleme. Im Zuge des Sanierungsverfahrens musste er den Familienbetrieb zusperren beziehungsweise wurden Teile von einem Konkurrenten übernommen. Er selbst schlitterte in die Privatinsolvenz.
Bei seiner Zeugenaussage laufen dem großgewachsenen Mann Tränen übers Gesicht. Er ringt um Worte, bis er keine mehr herausbringt. Erschöpft legt er seinen Kopf auf den Tisch. Stille im Saal, Betroffenheit im Publikum. Ein Laienrichter unterbricht das Schweigen, beugt sich über den Tisch und reicht dem Mann ein Taschentuch.
Bei dem seit Februar 2025 laufenden Gerichtsverfahren geht es um Existenzielles – nicht nur für den Getränkehändler im Zeugenstand. Gemessen an der potenziellen Strafhöhe von bis zu drei Milliarden Euro wird gerade der größte Kartellprozess in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte verhandelt: Sogar historische Wettbewerbsverfahren gegen die Lebensmittelriesen Rewe und Spar oder die Baukonzerne Porr und Strabag stellt das aktuelle Verfahren in den Schatten. Die Sache ist ernst: Die Brau Union hat in der Bilanz 2023 für den Prozess mit einer Rückstellung von 15,5 Millionen Euro vorgesorgt.

Die Branche, um die es geht, ist omnipräsent: Bier wird in Wirtshäusern genauso getrunken wie in Nobelrestaurants. Auf Sportplätzen, Konzerten und Volksfesten gehört das alkoholische Getränk quasi zum Inventar. Werbewirksam wird Gemütlichkeit und Geselligkeit vermittelt. Doch dahinter verbirgt sich nicht nur ein knallhartes Milliardengeschäft, sondern auch ein mächtiger Konzern: die Brau Union, die mit einer Fülle an Biermarken, darunter Gösser, Puntigamer und etliche mehr, den Markt dominiert (siehe Karte unten).
Absprachen und Missbrauch der Marktdominanz finden sich in der Firmengeschichte ebenso wie Kartelle und Insidergeschäfte. Doch es regt sich Widerstand – nicht nur vor Gericht. Parallel zu den im Herbst 2021 gestarteten BWB-Ermittlungen formierten sich Konkurrenten der Brau Union im »Verein der Unabhängigen Privatbrauereien Österreichs« – darunter Biermarken wie Ottakringer, Stiegl und Zwettler.

Sie werben mit dezidiert politischen Sprüchen: Den Slogan »Wahlfreiheit braucht Transparenz« könnte auch eine Partei führen. Der Spruch »Liberté, Egalité, Schaumkroné«, mit dem die T-Shirts des Vereins bedruckt sind, erklärt den Wettbewerb um die Herrschaft am Biermarkt kurzerhand zum Freiheitskampf. »Der Verein hat sich die Bewusstseinsbildung über die wahre Situation am Biermarkt und die Herkunft von Marken zum Ziel gesetzt«, sagt Hubert Stöhr, Vereinsobmann und Eigentümer der Brauerei Schloss Eggenberg, gegenüber DOSSIER. Dadurch sollen Konsument·innen »fundiertere Entscheidungen« treffen können.
Aber auch Geschäftsinteressen spielen wohl eine Rolle. Schließlich geht es um das alkoholische Lieblingsgetränk der Nation. Im Schnitt werden in Österreich pro Kopf rund 100 Liter Bier pro Jahr getrunken – europaweit trinken nur Tschech·innen mit 128 Litern im Jahr mehr. Entsprechend viel kann man hierzulande mit dem Getränk verdienen: Der Gesamtmarkt kommt auf rund 1,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 3.500 Beschäftigte. Der Marktanteil der Brau Union liegt bei mehr als 60 Prozent: 926 Millionen Euro Umsatz und rund 80 Millionen Euro Vorsteuergewinn erwirtschaftete der Konzern mit 2.344 Mitarbeiter·innen im Jahr 2023.
Um dagegen bestehen zu können, haben sich mehr als 40 Privatbrauereien dem Verein von Hubert Stöhr angeschlossen. Sie führen ein eigenes Herkunftssiegel, auf dem steht: »Österreichische Privatbrauerei – 100 % unabhängig«. Eine klare Ansage gegen Heineken und die Brau Union. »Die große Marktmacht birgt auch ein höheres Risiko für wettbewerbswidriges Verhalten, was sich leider auch im aktuellen Kartellverfahren zeigt«, sagt Stöhr.

Die Razzia in Linz
Aufgedeckt wurde der Anlassfall 2021 inmitten der Corona-Pandemie. Bei der BWB langten anonyme Hinweise über die Brau Union ein. Im Herbst desselben Jahres starteten die Wettbewerbshüter·innen offizielle Ermittlungen – und führten aufgrund der Verdachtslage im April 2022 eine Razzia in der Linzer Firmenzentrale der Brau Union durch. Die bei der Hausdurchsuchung sichergestellten Unterlagen sind der Zündstoff für den seit Jahresbeginn laufenden Gerichtsprozess. Whistleblower-Berichte, interne Protokolle, E-Mails und Präsentationen, die DOSSIER exklusiv vorliegen, dokumentieren den Zwang zum Vertrieb von Brau-Union-Marken, Hinweise auf Austausch wettbewerbssensibler Daten und unzulässige Alleinbezugsverpflichtungen.
Der Verdacht: Unabhängige Getränkehändler wie der eingangs erwähnte Zeuge wurden systematisch unter Druck gesetzt, vorrangig Getränke von der Brau Union zu kaufen. Wer Wein, Spirituosen und alkoholfreie Getränke aus dem Katalog des Konzerns anbot, galt als »loyal« und wurde mit Rabatten oder Rückvergütungen belohnt. Ungemütlich wurde es für Lieferant·innen, die Fremdmarken wie Murauer im Sortiment führten. Sie riskierten den Entzug großer Aufträge durch die Brau Union.
»Die im Zuge der Hausdurchsuchung sichergestellten Unterlagen bestätigen die von den anonymen Hinweisgebern dargestellten Zielsetzungen«, heißt es in den BWB-Unterlagen zur Brau Union. »Das von Brau Union erarbeitete ›Partner-Konditions-System 2022‹ sieht vor, dass ›strategische‹ Verkaufspartner (jedenfalls in bestimmten Liefergebieten) als Wettbewerber von Brau Union vom Markt genommen werden, da sie sich verpflichten sollten, ausschließlich das Sortiment von Brau Union (Bier und sonstige Getränke) zu vertreiben.«

Wenige Monate vor der BWB-Hausdurchsuchung 2022 versandte die Leiterin der Rechtsabteilung sogar eine E-Mail an die Verkaufsmanager, in der vor wettbewerbsrechtlichen Grenzüberschreitungen gewarnt wurde: »Wenn ihr einen Termin ausmacht, um das ›Liefergebiet‹ zu koordinieren, dann ist das eine Aufteilung der Kunden bzw. des Liefergebietes und damit eine unzulässige Absprache = verboten. (...) Einblicke in Preise, Konditionen etc. sind sowieso immer unzulässig = verboten.« Das Fazit der Juristin: »Weder mit Verkaufspartnern noch mit Getränkehändlern sind Preisabsprachen oder Kundenaufteilungen erlaubt. Das sind sogenannte Kernbeschränkungen, die immer und überall gelten.«
Die BWB sieht bei der Brau Union »eine Reihe von unzulässigen Verhaltensweisen gegen das Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung und gegen das Kartellverbot«. Kleine Privatbrauereien verfügen nicht über die großen Verkaufslager und das flächendeckende Logistiknetzwerk der Brau Union. Sie sind auf unabhängige Getränkehändler angewiesen, um ihre Biere an Gastronomie, Hotels und Co zu liefern. Wenn aber die Getränkehändler heimlich nach der Pfeife der Brau Union tanzen, dann ist das für kleine Bierproduzenten ein existenzbedrohender Wettbewerbsnachteil.
Der Prozess gegen die Brau Union steht noch am Anfang, zahlreiche Zeug·innen werden im September 2025 und im kommenden Jahr vor Gericht aussagen. »Solange dieses Verfahren läuft, möchten wir, wie auch bisher, dem Kartellgericht keinesfalls vorgreifen und von einer öffentlichen Debatte über abweichende Standpunkte mit der BWB absehen«, schreibt ein Sprecher der Brau Union auf DOSSIER-Nachfrage. »Die Brau Union hat im laufenden Verfahren bisher vollumfänglich mit den zuständigen Behörden kooperiert.« Rechtswidriges Verhalten wird bestritten.

Die Ära der Bierbarone
Die Dominanz des heute millionenschweren Konzerns nahm ihren Anfang vor mehr als einhundert Jahren. Im 19. Jahrhundert gab es regionale Brauherrenvereine, die sich 1882 zum Österreichischen Brauerbund vereinigten. 1907 gründeten die lokalen Bierindustriellen den Schutzverband alpenländischer Brauereien, der die Einhaltung der Bierkartellverträge überwachte. Eine Übernahme folgte auf die andere, Aktionäre von großen Brauereien beteiligten sich persönlich an kleineren Brauereien. Die Verflechtungen wurden immer dichter.
Der offizielle Startschuss für die Fusionswelle fiel im Oktober 1921: Die Brauereien in Gmunden, Kaltenhausen, Linz und Wieselburg gründeten die Braubank AG und legten damit den Grundstein für die heutige Brau Union. Wenige Jahre später schlossen sie sich zur Österreichischen Brau AG zusammen, die zum wichtigsten Player des Landes mutierte.

Ein freier Markt war das nicht: Die Hersteller einigten sich in kleinen Runden auf Liefergebiete und Verkaufspreise. Ziel war es, Konkurrenz fernzuhalten. Über die Jahrzehnte wurde aus der Schutzgemeinschaft ein lupenreines Kartell mit exklusiven Belieferungsrechten und zugeteilten Lieferkontingenten. Damals war das nicht verboten.
In den 1960er-Jahren kontrollierte das Bierkartell mehr als 90 Prozent der österreichischen Produktion. Es war die Ära der Bierbarone, wie die Kartellbosse ehrfürchtig genannt wurden. Vom kleinen Beisl über Restaurants bis hin zu Musik- und Zeltfesten: Wer Bier kaufen wollte, kam am Kartell nicht vorbei. Die Brauereien in Göss, Reininghaus, Schwechat und Zipf waren die bekanntesten Kartellmitglieder. Mit der Gründung der börsennotierten Brau-Beteiligungs AG (BBAG) 1988 und Produktionsstandorten in Ungarn, Tschechien und Rumänien begann die Ostexpansion.


1991 übernahm die BBAG ihren langjährigen Erzrivalen Steirerbrau (Gösser, Puntigamer, Reininghaus) und verschmolz 1998 schließlich zur heutigen Brau Union AG. Der Big Bang ereignete sich aber erst 2003: Der niederländische Heineken-Konzern kaufte sämtliche Anteile der weitverzweigten Eigentümerfamilien. Seither wird die Brau Union von Amsterdam aus dirigiert. Die Übernahme war für eingefleischte Bierpatriot·innen eine Zäsur: Denn aus dem österreichischen Traditionsunternehmen wurde die Tochter eines Weltkonzerns, die nun Vorgaben aus dem Ausland erfüllen muss.
Der Aufstand der Privaten
Die Ära der Bierbarone, die sich den Markt einfach untereinander aufteilen konnten, neigte sich in den 1980er-Jahren jedoch bereits ihrem Ende zu. Entscheidend dabei war der Siegeszug der Supermärkte. Die Konsument·innen kauften zuerst Flaschen, später Dosen, aber beides in größeren Gebinden und vor allem: mit mehr Auswahl. Für kleinere, eigenständige Brauereien bedeutete das neue Absatzwege und in der Folge ein enormes Umsatzwachstum. Seither befindet sich die Brau Union im ständigen Abwehrkampf. Parallel dazu nahm die Bedeutung des Lebensmittelhandels weiter zu: Heute kommen rund 77 Prozent des Bierumsatzes von Billa, Spar und Co.
Die kleinen Player bewiesen damals Mut: Mit einer nagelneuen Anlage im niederösterreichischen Unterradlberg forderte beispielsweise der Spanplattenhersteller Egger 1978 das Kartell heraus. Er ging mit Kampfpreisen in den Markt und bekam prominente Schützenhilfe: Krone-Herausgeber Hans Dichand pushte den Underdog mit der Kampagne »Jedem Wiener ein Egger Bier«, und der Schauspieler Karl Merkatz war Bier-Testimonial im Fernsehen. In den 1970er-Jahren spielte Merkatz den legendären »Mundl« in der ORF-Serie Ein echter Wiener geht nicht unter – sein noch heute zitierter Spruch: »Mei Bier is ned deppat!«
Ironie des Schicksals: Aktuell wird Egger von Klaus Schörghofer geleitet, der von Mai 2020 bis Sommer 2023 Vorstandsvorsitzender der Brau Union war. Schörghofer, der vor seinem Wechsel fast zwei Jahrzehnte bei der Brau Union war, wollte DOSSIER kein Interview geben.

Marktmacht und Marketing
Wer heute aufmerksam durch eine Billa- oder Spar-Filiale geht, bemerkt: In den Regalen wechseln sich Gösser, Wieselburger und Zipfer mit Rabattaktionen und Sonderangeboten ab – allesamt Biere der Brau Union. Zudem werden die Brau-Union-Marken mit viel Geld für verkaufsfördernde Aktivitäten unterstützt. 2023 gab der Konzern rund 23 Millionen Euro allein für Werbung aus. Zusätzlich soll ein »zweistelliger Millionenbetrag« für Eventmarketing, Händlerrabatte und Sportsponsoring budgetiert sein, so ein Brau-Union-Insider gegenüber DOSSIER.
Das Image von Marken der Brau Union wird hochprofessionell gepflegt, egal ob mit TV-Werbung oder auf Sportevents: Gösser unterstützt etwa den Österreichischen Skiverband, Zipfer und Puntigamer sponsern Fußballklubs wie LASK und Sturm Graz. Dazu kommen Sponsorings für zahlreiche Musikevents, vom Frequency-Festival in St. Pölten bis zum Donauinselfest in Wien.
Auch der Mutterkonzern Heineken ist eine gigantische PR-Maschine mit viel Geld: Der »global partner« der Formel 1 pusht seine alkoholfreie Biersorte Heineken 0.0 mit Weltmeister Max Verstappen als Markenbotschafter und wirbt damit weltweit für »responsible drinking«. Der Konzerngeschäftsbericht 2024 weist ein Marketingbudget von 2,94 Milliarden Euro aus – der Biergigant gibt damit mehr für Werbung aus als der für sein überbordendes Marketing bekannte Energydrinkhersteller Red Bull.
Legt man den Heineken-Maßstab auf Österreich um, so könnte das Budget der Brau Union für Marketing, Sponsoring und Werbung bei über 90 Millionen Euro pro Jahr liegen. Ein Sprecher der Brau Union will die Zahlen gegenüber DOSSIER nicht kommentieren: »Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Wettbewerbsgründen zu den konkreten Investitionen in Österreich keine Details übermitteln können, die über die öffentlich einsehbaren Informationen hinausgehen.«

Greenwashing und Etikettenschwindel
Bis vor wenigen Jahren gab es einen aufwendig gestalteten »Nachhaltigkeitsbericht«, in dem sich die Brau Union als umweltbewusstes Unternehmen inszenierte. Auffällig: Der letzte Bericht stammt aus dem Jahr 2022. Dass seither keine Berichte mehr veröffentlicht wurden, könnte damit zu tun haben, dass das Unternehmen des sogenannten Greenwashings überführt wurde. Dabei werden irreführende Claims verbreitet, die ein Produkt klimafreundlich erscheinen lassen. Betroffen war die Premiummarke Gösser, die viele Jahre mit dem Hinweis »CO2-neutral gebraut« verkauft wurde. Zu Unrecht, wie das Landesgericht Linz 2023 nach einer Klage des Vereins für Konsumenteninformation befunden hat. Das Urteil musste auf der Gösser-Website prominent veröffentlicht werden.
Juristische Konsequenzen gab es auch wegen Etikettenschwindels im Fall Bürgerbräu Innsbruck. 2021 führte die Brau Union unter dieser Marke eine neue Sorte ein, die das Innsbrucker Stadtwappen auf dem Etikett trug. Das Bier wurde aber gar nicht in Innsbruck, sondern in Lienz gebraut. Die Konkurrenz klagte wegen Irreführung – und gewann. Der Verkauf in Gastronomie und Handel wurde gerichtlich untersagt, auch das Innsbrucker Stadtwappen musste vom Etikett entfernt werden. Für lokale Privatbrauereien ist das kein Kavaliersdelikt. Denn deren wichtigstes Verkaufsargument ist die Regionalität und die lokale Verankerung – nicht umsonst tragen die meisten Biere den Herkunftsort im Markennamen.
Die Marken der Brau Union werden in der Werbung als regionale Biere präsentiert, obwohl das oft gar nicht mehr stimmt. Mehr als fünf Millionen Hektoliter werden in zwölf Brauereien produziert, die Prozesse sind zentralisiert. Nicht notwendigerweise muss jede der mehr als ein Dutzend Biermarken in der Stammbrauerei gebraut werden. So werden Biere an anderen Standorten produziert, als der Name vermuten lassen würde: Das Linzer Bier kommt etwa auch aus Zipf, das Villacher auch aus dem Grazer Stadtteil Puntigam. In Wieselburg wiederum werden neben dem Wieselburger auch Kaiser, Desperados und Heineken hergestellt.


Ob Tricksereien oder milliardenschwere Kartellverfahren: Am österreichischen Biermarkt wird der Kampf um die Schaumkrone nicht zimperlich geführt. Wie es weitergehen wird, entscheidet sich auch mit der nächsten Verhandlungsrunde im September 2025 vor dem Wiener Oberlandesgericht.

