Projekt Bio

Die Bio-Eigenmarken der Supermärkte sind eine Erfolgsgeschichte mit Schattenseiten: Durch Ja! Natürlich und Co wächst der Druck auf heimische Landwirte, in der Werbung wird ihre Lebensrealität verklärt.

Text: Sarah Kleiner, Florian Skrabal

Supermärkte26.9.2020 

Bauer Franz und seine Frau Maria sitzen an einem Holztisch mitten in einer saftig-grünen Wiese. Vögel zwitschern, die Natur rundherum ist erblüht, Insekten schwirren herum. Es ist sonnig und heiß an diesem Julitag. »1996 haben wir den Betrieb übernommen«, erzählt der Landwirt. Davor war es eine konventionelle Milchviehwirtschaft.

Konventionell bedeutet, der Einsatz von Gentechnik beim Futter oder der Einsatz von chemischen Spritzmitteln auf dem Feld ist erlaubt – dabei geht es meist um das Prinzip Masse mal Preis. Am Ende der Rechnung soll möglichst viel Gewinn stehen.

Seit Jahren wird der Begriff als Gegensatz verwendet – zur besseren, zur Bio-Landwirtschaft. »Wir haben von Beginn an auf Bio umgestellt und lange nach Wegen gesucht, wie man mit so einem kleinen Betrieb überleben kann«, sagt Maria. Elf Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche haben die beiden – und viele Ideen. Doch dass Bio kein Selbstläufer ist, merkten sie schnell.

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