Die Invasion

Im Kampf um Marktanteile pflastern Spar, Rewe und Hofer mit ­ihren Filialen das Land zu und vernichten dabei Umwelt und kleine Nahversorger unwiederbringlich. Die Politik könnte den Handelsriesen Grenzen setzen, doch sie versagt auf ganzer Linie.

Text: Georg Eckelsberger; Erhebung: Peter Sim; Fotografie: Laurin Naschberger

Supermärkte26.9.2020 

»Ich verstehe nicht, warum es so viel Aufmerksamkeit für so ein kleines Projekt gibt«, sagt Andreas Fazeni. Er ist Bürgermeister (ÖVP) der ober­österreichischen Gemeinde Gramastetten. Und er hat recht: Was sich hier am Stadtrand von Linz abspielt, könnte man getrost als Provinzposse abtun. Ein Spar-Supermarkt soll vergrößert und um 250 Meter verlegt werden. Am neuen Standort befindet sich ein Obstgarten, der zu Beton, und ein altes Holzhaus, das abgerissen wird. Möglicherweise wird man bei den Bauarbeiten Sprengstoff brauchen, denn hier am Pöstlingberg stößt man beim Graben schnell auf massiven Stein. All das gefällt einigen aufmüpfigen Bürgerinnen, Politikern und dem regionalen Nahversorger im Ort nicht. So ärgerlich, so gewöhnlich. Doch rechtlich ist alles in Ordnung. Die Umwidmung ist abgesegnet, die Baugenehmigung nur noch Formsache. Warum also die Aufregung? Die Antwort ist einfach: weil das, was hier passiert, überall in Österreich passiert. 

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