Wenn die Musi vorbei ist

Die Red Bull Music Academy gilt zwei Jahrzehnte lang als Beweis dafür, dass Konzernmarketing und die alternative Musikszene zusammenpassen. Bis sich Künstler kritisch über Dietrich Mateschitz äußern und der Boss den Stecker zieht.

Text: Georg Eckelsberger

Red Bull12.2.2021 

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Nik Nowak ist nervös, als er im Oktober 2018 die Nalepastraße zum Funkhaus in Berlin hinuntergeht. »Es war eine seltsame Situation. Ich wusste, dass ich eine Bombe platzen lassen werde«, erinnert er sich heute. Nowak ist Klangkünstler. Mitunter sucht er brenzlige Situationen. Etwa 2017, als er nach Nordkorea reiste, um in einer entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea eine Soundinstallation zu errichten: eine Art umgekehrte Echokammer, die »aktive Stille« erzeugt.

Aufmacherbild: Max Hammel

So wollte Nowak die Propaganda auf beiden Seiten verstummen lassen. Letztlich scheiterte er an der nordkoreanischen Bürokratie. Sound als Waffe, Musik als Propagandawerkzeug, das sind Nowaks Themen. Darüber will er auch im Herbst 2018 sprechen, als er zum Live-Interview beim Radiosender der Red Bull Music Academy eingeladen wird. Er will aber auch Kritik an der »Red-Bull-Propaganda« und Dietrich Mateschitz üben. »Das ging nicht lange gut«, erinnert sich Nowak. »Ich machte im Laufe des Gesprächs dieses Fass auf. Das Interview wurde sofort abgebrochen.« Wenige Monate später ist die Red Bull Music Academy Geschichte.

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