Epilog

Die Dose gibt’s, die Dose nimmt’s

Klimakrise und Pandemie passen nicht in eine Welt wie jene von Red Bull. Die größte Veränderung steht der Firma aber erst bevor: das Ende der Ära Mateschitz.

Text: Georg Eckelsberger, Ashwien Sankholkar

Red Bull12.2.2021 

Aufmacherbilder: Dominik Angerer / Expa / picturedesk.com

24. Dezember 2020, Österreich steuert auf einen neuen Lockdown zu. Da sorgt Dietrich Mateschitz für eine kleine publizistische Überraschung. Er gibt dem Sportmagazin laola1.at ein Interview – und wird sogar persönlich. Er fachsimpelt über seine Formel-1-Piloten und Fußballklubs. Zum Schluss geht es ums Geschäft. »Wir sind mit dem Unternehmen kontrolliert und ohne wirklichen Schaden zu nehmen durch dieses Jahr gekommen«, sagt Mateschitz. »Wirtschaftlich passt es also.«

Und wie geht es ihm selbst? »Meine privaten Befindlichkeiten? Bitte fragen Sie mich nicht! Ich weiß nicht, soll ich lachen, weinen, es ist teilweise unerträglich. Man muss nicht mehr alles verstehen …« Worauf spielt er an? Was ist es, das er nicht mehr versteht? Er lässt es im Dunkeln. 

Wer sich mit Red Bull und Mateschitz beschäftigt, dem fallen mehrere Antworten ein. Ganz vorne liegen wohl die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung. Dass die Gastronomie geschlossen und Live-Events verboten wurden, muss die Welt von Red Bull gehörig erschüttert haben.

Der Red-Bull-Sender Servus TV bläst seit Monaten zum Angriff auf die Regierung. Dort wird den Mächtigen indirekt sogar vorgeworfen, die Pandemie geplant zu haben. Doch die »Plandemie« – ein von Servus-TV-Chef Ferdinand Wegscheider strapaziertes Kunstwort – ist nicht das einzige Thema, mit dem sich der 76-jährige Mateschitz aktuell schwertut und das Red Bull zu schaffen macht.

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