Ohne Skrupel

Die dubiosen Geschäftspraktiken und das aggressive Lobbying des Glücksspielriesen Novomatic beschäftigen Politik und Justiz seit Jahren. Erstmals wird nun gegen das Novomatic-Oberhaupt Johann Graf ermittelt.

Text: Florian Peschl, Ashwien Sankholkar, Florian Skrabal

Korruption2.12.2019 

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»Ich war ein totaler Insider«, sagt Peter Barthold. Einst spielte er als Einsergoalie beim SK Rapid Wien, dann hängte er seine Stoppelschuhe an den Nagel und machte lukrative Geschäfte mit einem anderen Spiel, verruchter und gnadenloser als Fußball: dem kleinen Glücksspiel. Anfang der 2000er-Jahre sperrt er als kleiner Novomatic-Partner seine ersten Glücksspiellokale am Stadtrand Wiens auf und bekommt ungewöhnlich hohen Besuch. 

Auf Fotos von den Eröffnungsfeiern sind neben Novomatic-Gründer Johann Graf die damaligen Vorstände des Konzerns, Franz Wohlfahrt und Johannes Hahn, der einstige Nationalratsabgeordnete und FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler sowie die hochrangigen Polizeibeamten Karl Mahrer, Roland Horngacher und Franz Schnabl, seit März 2018 Landeshauptfrau-Stellvertreter in Niederösterreich, zu sehen. Die geselligen Schnappschüsse geben tiefe Einblicke in Novomatics Erfolgsrezept: enge Kontakte und integratives Lobbying in elitären Kreisen.

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