Die Kindergarten-Glocks

Die Großzügigkeit der Waffenproduzenten Gaston und Kathrin Glock wirft Fragen auf: Zeitnah zu ihren Immobiliendeals fließen üppige Spenden an Gemeinde oder Kirche.

Text: Sahel Zarinfard, Fotografie: Christoph Liebentritt, Artwork: Tom Linecker

Korruption2.12.2019 

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»Sie bekommen ein massives Problem, wenn Sie das veröffentlichen«, sagt Helmut Kusternik mit lauter Stimme am Telefon. Klick, aufgelegt. Der Amtsleiter der Marktgemeinde Velden am Wörthersee will nicht mehr reden. Nicht über den örtlichen Kindergarten, nicht über die 500.000 Euro. Nicht darüber, wie es zu dem üppigen Geldfluss kam und ob es sich dabei um eine Spende, eine Schenkung oder eine Förderung handelt. Und schon gar nicht über den Geldgeber: Gaston Glock – den Produzenten der gleichnamigen Pistole und einen der reichsten Bürger der Gemeinde. 

Im Sommer 2012 stand der erfahrene Amtsleiter vor einer Premiere. Noch nie hatte Velden eine derart hohe freiwillige Unterstützung erhalten; einfach so, völlig aus dem nichts: »Der Spendenwunsch kam überraschend. Ich schließe aus, dass wir uns an ihn gewandt haben«, sagte Amtsleiter Kusternik noch im September 2018 im Gespräch mit DOSSIER. Glock habe etwas Gutes tun und eine halbe Million Euro spenden wollen. Aber ist das erlaubt? »Wir haben lange gerätselt, wie wir das Geld annehmen können«, es gebe »immer strengere Gesetze bei Geschenkannahmen von Amtsträgern«, so Kusternik damals. Und weil »keiner einen Geldkoffer annehmen wollte« und damit niemand »die Spende in die falsche Kehle« bekommt, musste eine gesetzeskonforme Lösung her.

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