Historisch gewachsen

Ein komplexes System wie das Gesundheitswesen entsteht nicht von heute auf morgen. Eine Zeitreise von den Anfängen im Mittelalter bis zu den Reformen der Gegenwart.

Text: Manfred Gram

Gesundheit25.3.2022 

Wenn man gerade einmal 14 Jahre alt ist, eine dicke Brille auf der Nase und Brackets auf den Zähnen hat, ist es echt richtig unnötig, wenn einem das Schicksal auch noch Acne vulgaris ins Gesicht streuselt. Also auf zur Hautärztin. Die empfohlene Kassenärztin nimmt leider keine neuen Patient·innen auf, also geht’s zum empfohlenen Wahlarzt. Ein Termin ist schnell gefunden, die Diagnose noch schneller gestellt.

So wie das Honorar, das selbst nach der Teilrefundierung durch die Krankenkasse immer noch ziemlich saftig ist. Im Gegenzug gibt es ein Rezept, mit dem es zu einer Apotheke geht. Dort wird die Rezeptgebühr entrichtet, man erhält das Medikament, und acht Monate, acht Rezepte und drei Blutuntersuchungen später sind die Hautunreinheiten beseitigt.

Ohne groß ins Detail zu gehen, soll dieses Beispiel zeigen, wie auch bei kleinen, alltäglichen Wehwehchen Dinge ineinandergreifen. Worüber man jetzt reden könnte, weil es in der Fallschilderung drinsteckt, wäre etwa: Kassenärzt·innen, Wahlärzt·innen, Patient·innengespräch, Mitversicherung von Angehörigen, Rückerstattungen, Rezeptgebühr. Es ist aber nicht ganz abwegig, einmal nachzuschauen, wo dieses System seine Wurzeln hat, wie es gewachsen ist und sich entwickelt hat.

Deswegen jetzt ein Zeitsprung, zurück ins späte Mittelalter.

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