Tipp
Das Thema Wohnen und Lebenshaltungskosten ist einer der Schwerpunkte des Projekts Gen.EU. Diese Datenstrecke stellt Informationen zur Situation junger Menschen am Wohnungsmarkt dar. Die Gen.EU-Reporter·innen Muskaan Bajwa und Lukas Wagner haben die Fakten in der Reportage »Wohnen in Wien: Traum oder Albtraum?« für eine junge Zielgruppe aufbereitet.
Es ist beachtlich, welches Bedrohungsszenario die aktuelle Krise bei den Wohn- und Lebenshaltungskosten für junge Menschen darstellt. Fragt man 16- bis 25-Jährige, was ihnen Sorgen macht, wählen 82 Prozent die Antwortmöglichkeit Krieg, 75 Prozent Terrorismus und 58 Prozent Klimawandel – und dann folgen schon leistbares Wohnen (57 Prozent) und Wirtschaftskrise (53 Prozent).
Das ist zumindest das Ergebnis der Ö3-Jugendstudie aus dem Jahr 2025, an der rund 24.000 Menschen aus dieser Altersgruppe in Österreich teilgenommen haben.

Die schwierige Lage am Wohnungsmarkt löst bei vielen jungen Menschen existenzielle Ängste aus. Nicht nur ihre subjektive Wahrnehmung, auch Auswertungen der Statistik Austria untermauern, wie prekär ihre Situation am Wohnungsmarkt ist. Zwar sind alle Altersklassen von gestiegenen Mieten und Energiekosten betroffen, doch für unter 30-Jährige fallen sie schwerer ins Gewicht, denn Haushalte dieser Altersgruppe »haben die höchsten Ausgaben mit dem wenigsten Einkommen«, sagt Alexander Huber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Economics of Inequality der Wirtschaftsuniversität Wien (WU).
»Wir haben das generelle Problem, dass niedrigeren Einkommen viel höhere Ausgaben gegenüberstehen. Das trifft bei jüngeren Haushalten umso stärker zu. Sie haben unter der Teuerungskrise besonders zu leiden.« Huber forscht seit 2023 zu sozialen und räumlichen Ungleichheiten mit den Schwerpunkten Wohnen, Lebenshaltungskosten und Wohlfahrtsstaat.
Besonders brisant: Junge Haushalte – also jene, in denen eine junge Person das meiste zum Haushaltseinkommen beiträgt – zahlen sowohl am privaten Wohnungsmarkt als auch im sozialen Wohnbau die höchsten Mieten pro Quadratmeter. Wie kann das sein? Wer sich auf die Suche nach den Ursachen macht, muss ganz vorn anfangen – bei der Frage, wie Österreich eigentlich wohnt.
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