
Instagram wirke auf Jugendliche »wie eine Droge« – diese Einschätzung könnte von verzweifelten Eltern stammen, ist aber ein Zitat aus der internen Kommunikation von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram. Beschäftigte scherzten in Textnachrichten, die durch ein Gerichtsverfahren in Kalifornien öffentlich wurden: »Wir sind praktisch Dealer·innen.«
Warnungen vor dem Suchtpotenzial sozialer Medien und ihren problematischen Auswirkungen auf die mentale Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen sind wissenschaftlich untermauert, und auch europäische Behörden prüfen inzwischen Konsequenzen. Im Zuge ihres Verfahrens gegen Tiktok wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act veröffentlichte die EU-Kommission im Februar dieses Jahres die Einschätzung, dass Tiktok »suchterzeugende« Designmerkmale aufweise, die Nutzende zum Immer-weiter-Scrollen verleiten würden.
Dem Unternehmen Bytedance, zu dem Tiktok gehört, droht eine Geldbuße. Ein ähnliches Verfahren der EU zum Schutz Minderjähriger läuft gegen Meta, und auch gegen Youtube wurde eine Voruntersuchung eingeleitet.
Und doch sind es ausgerechnet drei dieser Plattformen – Instagram, Tiktok und Youtube –, die im Rahmen des von der EU geförderten Projekts Gen.EU von sechs europäischen Medien mit journalistischen Inhalten für junge Europäer·innen bespielt werden. Die teilnehmenden Medien sollen etwa 1.600 Videoclips und 1.500 Instagram-Posts zu Themen wie Wohnen, Bildung und Arbeit produzieren.
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