Schattenbilanz

Die Gastronomie gilt als anfällig für Schattenwirtschaft. Doch wie verbreitet sind illegale Praktiken in der Branche tatsächlich?

Text: Eja Kapeller; Illustration: Daniel Seex

Gastronomie30.6.2026 

Es ist Mitte Jänner 2026, als Beamt·innen der Cobra, der ­Finanzpolizei sowie des Amts für Betrugsbekämpfung in fünf Bundesländern gleichzeitig zuschlagen. In Wien, Niederöster­reich, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark durchsuchen sie Lokale, Betriebsräume und Wohnungen.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen ­mindestens 20 Beschuldigte. Mithilfe einer Manipulationssoftware sollen sie Barzahlungen nachträglich aus Registrierkassen gelöscht und damit vor dem Finanzamt versteckt haben. Dem Staat sollen dadurch Einnahmen in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags entgangen sein. 

Nur wenige Monate später schlagen Finanzermittler·innen erneut zu – ­diesmal fast am anderen Ende Österreichs, in einem Hotel im Tiroler ­Bezirk Landeck. Dort nehmen sie acht Brasilianer·innen fest. Diese sollen ohne Anmeldung in dem Hotel gearbeitet haben – möglicherweise als »Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung«.

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