
Es ist ein schmaler Grat, das macht die Sache spannend: Wie verwandelt man journalistische Recherchen in Theaterstücke? Wie passen Fakten und Fiktion zusammen? Vertragen sich künstlerische Freiheit und redaktionelle Faktentreue? Gemeinsam mit dem Volkstheater Wien suchen wir Antworten auf diese Fragen und loten dabei die eine oder andere Grenze aus.
Ab April 2023: »Die Redaktion«
Wir wagen uns auf unerkundetes Terrain: Mit Die Redaktion bringt Autor Calle Fuhr die bisher ambitionierteste Koproduktion mit DOSSIER auf die Bühne. Diesmal rückt unsere journalistische Arbeit selbst ins Zentrum der Geschichte. Anhand unserer OMV-Recherchen werden auch Sie einen einzigartigen Einblick in unsere Arbeitsweise bekommen.
Virtuelles Wagnis
Es begann schon mit der ersten Koproduktion: Bei der Recherche-Show, einem schrillen Theaterstück über die Welt von Red Bull, lernten wir, was die Bretter, die die Welt bedeuten, noch so mit sich bringen. Stress und Lampenfieber etwa. Das Stück feierte im Februar 2021 Premiere. Mitten in einem harten Lockdown waren mehr als 600 Zuseher·innen bei der virtuellen Uraufführung dabei – und brachten zwischenzeitlich sogar den Server zum Absturz. Es war eine regelrechte Feuertaufe – und spätestens ab diesem Zeitpunkt waren wir auch Feuer und Flamme.
Düstere Dramaturgie
Ganz andere Saiten zog Autor Calle Fuhr bei Heldenplätze auf. In einer berührenden und bedrückenden One-Woman-Show brachte die bekannte Schauspielerin Gerti Drassl unsere Recherchen zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Skilegende Toni Sailer auf die Bühne. Obwohl sich Fuhr in seinem Stück diesmal deutlich weiter in die Fiktion wagte, standen die Fakten als harter Kern im Mittelpunkt – eine Notwendigkeit angesichts des ernsten Stoffes. Wegen des großen Erfolgs steht Heldenplätze noch immer auf dem Spielplan des Volkstheaters.