Editors Pick: Wie schneiden die üblichen Verdächtigen ab?

Die Bundeshauptstadt und ihre stadteigenen Unternehmen machen Fortschritte bei der Inklusion. Doch private Firmen, über die DOSSIER und »andererseits« bereits öfter berichtet haben, lassen zu wünschen übrig.

Ausgleichstaxe22.4.2025 

Text: Maximilian Passruck
Datenauswertung: Markus Hametner
Artwork: Jakob Listabarth

Diese Recherche ist in Zusammenarbeit mit der inklusiven Redaktion »andererseits« entstanden

Es gibt sie, die üblichen Verdächtigen, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen. Mal positiv, mal negativ. Etwa das Immobilienimperium von René Benko, die Signa. Oder das Glücksspielunternehmen Casinos Austria sowie der teilstaatliche Mineralölkonzern OMV. Alles Unternehmen, über die wir in der Vergangenheit mehrfach berichtet haben. Wie sieht es bei diesen Firmen aber mit der Erfüllung der gesetzlichen Pflicht aus, Menschen mit Behinderungen anzustellen?  

Im September 2022 konnten die Casinos Austria einen Erfüllungsgrad von 96 Prozent vorweisen. Das entspricht einer Steigerung im Vergleich zu unserer ersten Auswertung: Im September 2020 hatte das Unternehmen lediglich einen Erfüllungsgrad von 75 Prozent erreicht. Bei OMV und der Signa sieht es weniger rosig aus: Während die Signa im September 2022 keine einzige Person mit Behinderung angestellt hatte, hatte die OMV nur drei der 34 Pflichtstellen besetzt. Warum?

Auf Nachfrage sagt ein OMV-Konzernsprecher, dass man die Inklusion von Menschen mit Behinderungen mit dem Schulprojekt »OMV Ability« fördern wolle: »Dabei handelt es sich um eine Initiative, bei der zweimal im Jahr Jugendliche einer Sonderschule ins Unternehmen eingeladen werden.« Ob die Maßnahme wirken wird? Wir bleiben dran!

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Die Stadt Wien erreichte im September 2022 einen Erfüllungsgrad von 97 Prozent und erfüllte damit die Beschäftigungspflicht fast zur Gänze. Eigenen Angaben nach konnte die Bundeshauptstadt im Jahr 2023 einen Erfüllungsgrad von 107,1 Prozent verbuchen. Eine Sprecherin schreibt dazu: »In einem breit angelegten Partizipationsprozess werden im Rahmen der Strategie ›Inklusives Wien 2030 – eine Stadt für alle‹ Ziele und Maßnahmen in zwölf Themenbereichen erarbeitet, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung weiter voranzutreiben.« 

Auch die Wiener Netze konnten sich eigenen Angaben nach steigern. Während im September 2022 nur 14 von 41 Pflichtstellen besetzt waren, sei im ersten Halbjahr 2024 ein Erfüllungsgrad von 98,9 Prozent erreicht worden. In anderen Unternehmen der Stadt Wien ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen aber noch ausbaufähig. Bei den Wiener Linien etwa war im September 2022 nur knapp die Hälfte aller Pflichtstellen besetzt. Auch der Kundenservice sowie die Hausbetreuung von Wiener Wohnen konnten die Mindestvorgaben in Bezug auf die Beschäftigungspflicht im September 2022 nicht erfüllen